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Hörsturz: Was ist das und was können Sie tun?

Sudden hearing loss: what is it, and what can you do about it?

Plötzliche Taubheit, meist als Hörsturz bezeichnet, ist ein Zustand, bei dem sich Ihr Gehör innerhalb eines extrem kurzen Zeitraums verschlechtert. Das kann von einem Moment auf den anderen geschehen. Das, was Sie noch hören, kann dumpfer, blechern, verzerrt oder wie ein Echo klingen. In manchen Fällen werden Sie überhaupt nichts hören. Obwohl häufig der Begriff 'Taubheit' verwendet wird, kann ein Hörsturz auch einen partiellen Hörverlust bezeichnen. Wir erklären Ihnen, was ein Hörsturz ist, wie Sie ihn erkennen, welche Ursachen er haben kann und was Sie am besten tun können. Und wie Sie einem Hörsturz vorbeugen können.

Was ist ein Hörsturz oder eine plötzliche Taubheit?

Ein Hörsturz ist eine abrupte Abnahme des Hörvermögens, die innerhalb von Sekunden bis Minuten auftritt. Manchmal wird er erst morgens beim Aufstehen bemerkt, wenn er in der Nacht eingetreten ist. In den meisten Fällen ist nur ein Ohr betroffen. Die Erkrankung tritt nach Angaben von KNO.nl bei etwa 8 von 100.000 Menschen pro Jahr in den Niederlanden auf.

Woran lässt sich ein Hörsturz erkennen?

  • Einen dumpfen, blechernen oder verzerrten Klang.
  • Den Verlust des Hörvermögens in einem Ohr (in schweren Fällen vollständig).
  • Den Verlust des Richtungshörens (Bestimmung der Schallquelle) in einem Ohr.
  • Tinnitus, der nicht immer rauscht, sondern auch brummend, pochend oder pfeifend klingen kann.
  • In etwa 1 von 3 Fällen treten auch Gleichgewichtsstörungen auf, die von leichtem Schwindel bis zu starkem Schwindel mit Übelkeit reichen.
  • Im Ohr tritt ein drückendes oder verstopftes Gefühl auf.

Taub auf einem Ohr oder auf beiden Ohren?

In fast allen Fällen ist nur ein Ohr betroffen. Ein beidseitiger Hörsturz ist sehr selten. Ein einseitiger Verlust bringt auch soziale und praktische Herausforderungen mit sich, insbesondere durch den Verlust des Richtungshörens.

Ursachen für den Hörsturz

Die genaue Ursache kann nicht immer geklärt werden, doch zu den bekanntesten Ursachen gehören:

  • Eine Kopfverletzung, die das Innenohr beschädigt. Wenn Sie mehr über die Funktionsweise des Hörens erfahren möchten, erhalten Sie hier weitere Informationen.
  • Plötzliche Druckveränderungen, z.B. beim Tauchen oder Fliegen.
  • Schwere Infektionen, wie z.B. eine Hirnhautentzündung (Meningitis).
  • Virale Infektionen können eine mögliche Rolle spielen.

Stress als Ursache

Auch Stress kann Ihr Gehör auf indirektem Weg beeinflussen, zum Beispiel durch Gefäßreaktionen und eine allgemein schlechtere Gesundheit und Widerstandskraft. Stress ist meist nicht die direkte Ursache, aber er macht Sie anfälliger für verschiedene körperliche Beschwerden.

Erkältungen

Eine verstopfte Nase oder eine erkältungsbedingte Mittelohrentzündung kann ebenfalls zu Gehörverlusten führen. Dabei handelt es sich jedoch nicht um einen Hörsturz, da das Innenohr und der Hörnerv nicht betroffen sind. Sobald Sie sich von Ihrer Erkältung erholt haben, werden Sie feststellen, dass sich auch Ihr Gehör wieder verbessert.

Weitere mögliche Ursachen

Neben den genannten Auslösern werden auch Virusinfektionen, Durchblutungsstörungen sowie immunologische Anomalien als mögliche Ursachen diskutiert, auch wenn der wissenschaftliche Nachweis bislang nicht eindeutig ist. Erkrankungen wie Borreliose oder Syphilis können ebenfalls indirekt mit einem Hörsturz in Zusammenhang stehen. Eine fachärztliche Abklärung ist in jedem Fall empfehlenswert.

Ist der Hörsturz vorübergehend oder dauerhaft?

  • Etwa ein Drittel der Menschen mit einem Hörsturz erlangen spontan ihr volles Hörvermögen zurück.
  • Ein zweites Drittel erholt sich teilweise, doch es bleibt ein gewisser Anteil an Hörverlust.
  • Das letzte Drittel erholt sich nicht mehr.

Eine Erholung tritt in der Regel innerhalb der ersten Wochen ein; nach 3 bis 6 Monaten ist eine weitere Verbesserung unwahrscheinlich. Gleichgewichtsstörungen und das beklemmende Gefühl verschwinden oft, aber Tinnitus kann dauerhaft sein.

Was Menschen über die ersten Anzeichen sagen

Viele Patienten bemerken es sofort: Der Ton klingt anders, verzerrt oder dumpf, und manchmal tritt ein Echo auf. Tinnitus und Druck im Ohr können Anzeichen für eine schwerere Erkrankung sein. Oft tritt Schwindel auf oder das Gefühl, dass der Boden scheinbar unter den Füßen wegsackt.

Leben mit plötzlicher Taubheit: Auswirkungen und Tipps

Der Verlust des Hörvermögens auf einem Ohr stellt Betroffene vor soziale und mentale Herausforderungen. Das Richtungshören verschwindet und Geräusche in lauten Umgebungen sind schwieriger zu verstehen. Tinnitus kann zu Schlafstörungen führen. Viele Betroffene machen sich Sorgen um ihr normal hörendes Ohr, aber glücklicherweise ist es selten, das in der Folge auch das zweite Ohr betroffen ist. Bei Entzündungen und Lärmbelästigung sollten Sie jedoch besonders vorsichtig sein. Gehen Sie zum Beispiel zu einem Konzert oder Festival? Schützen Sie Ihr Gehör mit Ohrstöpseln.

Was tun bei einem Hörsturz?

Handeln Sie schnell: Rufen Sie bei einem plötzlichen Hörverlust auf einem Ohr sofort Ihren Hausarzt oder den Notruf an. Eine schnelle Behandlung erhöht die Chancen auf Heilung.

Untersuchung: Der Hausarzt prüft zunächst mögliche Ursachen wie eine Erkältung oder Ohrenschmalz. Wurde keine Ursache gefunden? Dann erfolgt in der Regel eine Überweisung an den HNO-Arzt für Hörtests, Bluttests und in manchen Fällen eine MRT-Untersuchung.

Behandlung: Wenn es keine Ursache vorliegt, werden in den ersten 10-14 Tagen oft entzündungshemmende Medikamente (wie Prednison) verschrieben.

Hilfsmittel: Wenn der Hörverlust dauerhaft und schwerwiegend ist, kann ein Hörgerät in Betracht gezogen werden. Bei nur einem Ohr ist seine Wirkung jedoch begrenzt.

Rehabilitation und Unterstützung: Eine gute Beratung durch einen HNO-Arzt und einen Audiologen hilft bei der Bewältigung des täglichen Lebens und auf mentaler und emotionaler Ebene. Organisationen wie die Deutsche Tinnitus Liga e.V. können ebenfalls Unterstützung anbieten.

Verwendet als Quelle: HNO und Heilkunde Kopf-Hals-Bereich.